Hüftdysplasie - Hüftgelenksdysplasie

Sammelbezeichnung aller angeborener oder erworbener Fehlstellungen und Störungen der Verknöcherung des Hüftgelenks beim Neugeborenen. Dabei kann die Fehlbildung der Hüfte ein- oder auch beidseits auftreten oder auch teil multipler Fehlbildungen sein. Generell liegt eine Häufung bei einseitigen Dysplasien bei Mädchen gegenüber Jungen vor.

Die häufigste Fehlform liegt in der nicht vollständigen Ausformung des Pfannendaches. Die Anatomie der Hüfte als Kugelgelenk weist

Begünstigend gilt auf alle Fälle die Beckenendlage des Kindes im Mutterleib. Weitere Faktoren wie familiäre Häufung, Intrauteriner Raummangel (Mehrlingsschwangerschaften oder Fruchtwassermangel) werden diskutiert, können jedoch nicht gesichert festgestellt werden.

Zur Diagnose wird direkt nach der Geburt die Symmetrie der Pofalte betrachtet und die Beweglichkeit der Beine getestet. Letztliche Sicherheit können Ultraschall oder andere bildgebende Verfahren wie Röntgen, CT oder MRT sein.

Im Erkrankungsfall wird sofort eine konservative Therapie eingeleitet ohne die später bleibende Schäden wie Gangstörungen, Arthrose und Schmerzen zu erwarten sind. Leichtere Formen weisen kaum bis keine Schmerzen auf. Dennoch wird eine Therapie empfohlen um weiteren Beeinträchtigungen vorzubeugen und die Haltbarkeit der Hüfte zu gewährleisten.

Therapie

Therapie der Wahl ist breites Wickeln des Neugeborenen durch breite Windeln oder Spreizhosen. Schwerere Formen werden durch Spreizgips komplett ruhiggestellt. Dadurch wird der Druck auf die Hüftpfanne und den Hüftkopf erhöht und damit ein Reiz zur weiteren Ausformung des Pfannendaches und Rundheit des Gelenkkopfes gegeben. Auch das Tragen des Kindes im Tragetuch kann die Ausformung begünstigen.
Nur sehr schwere Formen werden noch immer operativ (lat. Umstellungsosteotomie) versorgt. Dabei gibt es mehrere Ansätze. Zum einen kann durch einen Knochenspan aus dem Beckenkamm eine Verbreiterung des Knochendaches erreicht werden, zum anderen kann die Gelenkspfanne durch Drehung der Beckenknochen in einen günstigeren Winkel zum Oberschenkel gebracht werden.

Spätfolgen

Nicht oder unvollständige Behandlung kann zu späterem frühzeitigen Verschleiß des Hüftknorpels führen und sekundärer Arthrose bewirken. Diese muss dann häufig durch künstliche Gelenke versorgt werden.