Anatomie der Hüfte und des Hüftgelenks

Das Hüftgelenk (lat. Art. coxae) ist eines der größten Gelenke unseres Körpers. Es handelt sich dabei um ein Kugelgelenk, das heißt es stellt eine gelenkige Verbindung zwischen Oberschenkelknochen (Femur) und dem Becken her, wobei sich das obere Ende des Oberschenkelknochen kugelförmig in eine schalenförmige Gelenkpfanne der Hüfte bewegt. Diese Konfiguration lässt Bewegungen in alle 3 Dimensionen zu:

Zusätzlich wird das Gelenk durch Bänder und Muskeln und Muskelgruppen sehr gut stabilisiert. Hier sind zum Beispiel die Gesäßmuskulatur (Mm. gluteales), die Oberschenkelmuskulatur (M. quadriceps) und die Muskulatur der Oberschenkelrückseite (Mm. ischiocrurales) zu nennen, die zu den größten Muskelgruppen des Menschen gehören.

Die Hüfte trägt das gesamte Gewicht unseres Körpers und unterliegt daher auch starker Beanspruchung, was im Alter zu degenerativen Problemen führen kann. Um diesem Vorgang entgegen zu wirken ist sowohl Gelenkkopf als auch Pfanne durch eine starke Knorpelschicht geschützt und wird durch Gelenkschmiere (Synovia) gleitfähig gehalten.
Maßgeblich für die biomechanische Belastung ist der Winkel zwischen Schaft und Hals des Oberschenkelknochens. Dieser beträgt beim Erwachsenen 126° und stellt damit die ideale Stellung der Hüfte dar, sodass die stärksten Knorpelschichten direkt aufeinander stehen. Im Laufe eines Menschenlebens senkt sich der Winkel von ca 150° (Neugeborenes) auf bis zu 90° ab. Dies hat nicht nur zur Folge, dass die Hüfte nicht mehr optimal im Knorpel gelagert ist, sondern auch, dass der Schenkelhals einer erhöhten Hebelwirkung unterlegen ist. Schenkelhalsfrakturen können die Folge sein.

Profiwissen

Kapselmuster: Innenrotation >>> Flexion > Außenrotation > Extension (Ratio: 3 : 1 : 1 : 1)

Ruheposition (maximum loose packed position - MLPP) 30° Flexion 25° Abduktion 10° Außenrotation

Verriegelte Stellung (close packed position – CPP): Extension / Abduktion / Innenrotation